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Bamberg und Polen - Historische Verbindungen stärken gemeinsamen Weg der Freundschaft und Verständigung

  • Die polnische Generalkonsulin Elzbieta Sobótka aus München, von CSU-MdL Heinrich Rudrof zu einem Informationsbesuch eingeladen, beeindruckten die festen Brücken der Freundschaft, die sich von der fränkischen Region Bamberg in verschiedene Landesteile Polens spannen
  • 2008 Polnische Woche geplant
  • Bamberger Bier soll Polen schmecken
  • Große Partnerschaftsfeier zwischen dem Landkreis Bamberg und dem Kreis Jelenia Gora vom 28. - 30. Juli geplant

Bamberg - „Szczesc Boze - Grüß Gott“ heißt Erzbischof Professor Dr. Ludwig Schick die polnische Generalkonsulin Elzbieta Sobótka im Bamberger Bischofshaus willkommen. Sie war zusammen mit MdL Heinrich Rudrof und Dr. Daniel Schümann, dem für Polnisch zuständigen wissenschaftlichen Assistenten am Lehrstuhl für Slawische Literaturwissenschaft der Uni Bamberg, in Bamberg unterwegs, um sich über die vielfältigen Aktivitäten zu informieren, die die deutsch-polnische Freundschaft in Stadt, Landkreis und Erzdiözese Bamberg in der täglichen Praxis stärken. 
Alle Gespräche an diesem Tag dienten einem Ziel: Unter der Obhut der Otto-Friedrich-Universität und ihrem Bereich Slawistik soll, so alle kommunalen und kirchlichen Gesprächsteilnehmer übereinstimmend, von Dr. Daniel Schümann ein großes oberfrankenweites interdisziplinäres Symposion vorbereitet werden, das 2008 vor dem Hintergrund der besonderen geschichtlichen Beziehungen der Region und des Erzbistums Bamberg zu Polen die heute bestehenden Verbindungen zwischen der Region und Polen analysiert und evaluiert. Ergänzt mit entsprechenden Ausstellungen, die sich mit Kunst, Wirtschaft und Wissenschaft im gegenwärtigen Polen beschäftigen sollen. Es soll auch Mittelpunkt einer polnischen Woche in Bamberg Stadt und Land und in der Erzdiözese sein. 
Als Ergebnis dieses hochkarätigen Forums, für das Landrat und Bezirkstagspräsident Dr. Günther Denzler schon eine mögliche Teilfinanzierung aus Mitteln der Oberfrankenstiftung in Aussicht gestellt hat, werden dann neue Impulse für diese wichtige gesellschaftliche Aufgabe der Völkerverständigung und Friedenssicherung im lokalen Raum erwartet. Gleichzeitig soll mit diesem neuen deutsch-polnischen Gesprächskreis die Arbeit des zuständigen Lehrstuhls aufgewertet und Polnisch als Sprache für neue Studentenschichten attraktiv gemacht werden. 
Generalkonsulin Sobótka würdigte diese Idee, die während ihres Besuchs in Bamberg geboren wurde, als eine großartige Sache, die sie selbst und auch das gesamte Generalkonsulat nach Kräften unterstützen werde: „Ich muss dabei immer an das Wort eines polnischen Landsmanns denken, der zum Thema Völkerverständigung formulierte: Wir Menschen sind Engel, die nur einen Flügel haben. Um gemeinsam empor fliegen zu können, müssen wir uns in die Arme sinken.“
Mit der Vertreterin der Republik Polen in München und dem Bamberger Landtagsabgeordneten Heinrich Rudrof, der sich unter anderem sowohl im Wirtschafts- als auch im Landwirtschaftsausschuss um laufende bayerisch-polnische Kooperationsprojekte kümmert, sprachen neben Erzbischof Dr. Schick unter anderem noch Oberbürgermeister Andreas Starke, Landrat und Bezirkstagspräsident Dr. Günther Denzler, Bürgermeister und Vertreter der Marktgemeinde Buttenheim, der Chef der Firma Salzbrenner in Buttenheim, Friedrich Salzbrenner und Geschäftsführer Klaus Onderka, der Leiter des im deutsch-polnischen Schüler- und Lehreraustausch stark engagierten Dientzenhofer Gymnasiums, Oberstudiendirektor Werner Bauernsachs und sein Projektleitungsteam, der Initiator des laufenden Kontakts zwischen Bamberger Gärtnern und der Gesellschaft der Posener Bamberger, Dr. Gerhard C. Krischker, der Intendant des ETA-Hoffmann-Theaters Rainer Lewandowski, der das Wirken des großen Erzählers in Bamberg, Posen und Polen mit Mitteln des Theateraustausches nachvollziehen will, Vertreter der Fachoberschule Bamberg, die zur Zeit junge Gäste aus Polen hat, und der Leiter des Künstlerhauses, Dr. Bernd Goldmann, und der Chef der Eurosprachschule, Klaus Lintner. 
War und ist es doch die Kirche von Bamberg, die sich ganz im Sinne ihres großen Bischofs und Pommernmissionars, Otto des Heiligen, seit Jahrzehnten darum bemüht, deutsch- polnische Begegnungen im Hinblick auf Aussöhnung und Verständigung zu fördern und auszubauen. Mit großem Erfolg, wie die Partnerschaft zwischen den Erzdiözesen Bamberg und Stettin-Cammin beweist. 
Der Bamberger Erzbischof, der Vorsitzender der Kommission für die Weltkirche, also der Außenminister der Deutschen Bischofskonferenz ist, berichtete seinen Gästen, soeben aus Warschau nach Bamberg zurückgekehrt, aus erster Hand über die jüngsten Fortschritte der kirchlichen Versöhnungsarbeit zwischen Deutschland und Polen. 
Die katholische Kirche will die Aufarbeitung der nationalsozialistischen Vergangenheit auch nach dem Auslaufen ihres Versöhnungsfonds in diesem Jahr fortführen und gründete dazu vor einigen Tagen die neue Maximilian-Kolbe-Stiftung, die dann die Arbeit dieses Fonds, von dem seit 2000 an rund 2,7 Millionen Euro in 206 Projekte geflossen sind, fortsetzt. Geleitet wird sie von vier deutschen und vier polnischen Bischöfen, dabei fällt Erzbischof Dr. Ludwig Schick die Rolle des deutschen Sprechers in diesem Gremium zu. Die neue Organisation will für diese Arbeit die enge Kooperation mit kirchlichen Partnern in ganz Mittel- und Osteuropa suchen. 
Der Bamberger Erzbischof erinnerte seinen Gast aus Polen auch daran, dass es Bamberger Zisterzienserinnen waren, die mit Bischof Eckbert und seinem Bruder, dem Dompropst Boppo von Andechs, kamen und das heute noch bestehende Kloster Trebnica/Trebnitz besiedelten. Das erste von ihrer Schwester, der Heiligen Hedwig, gegründete Frauenkloster Schlesiens. Zur 800-Jahr-Feier sei er dort der Zelebrant eines lateinischen Festhochamts gewesen. In der Erzdiözese Bamberg wirken seit vielen Jahren erfolgreich Priester aus Polen, so die Franziskaner in Gößweinstein und Marienweiher. Zum Ottofest kommen ebenfalls jedes Jahr viele Gäste aus der Partnerdiözese. Ferner gibt es eine Patenschaft zwischen der katholischen Pfarrei Höchstadt an der Aisch und der polnischen Kirchengemeinde Swinemünde. 
Landrat und Bezirkstagspräsident Dr. Günther Denzler lud die hohe diplomatische Vertreterin der Republik Polen in Bayern und Baden-Württemberg bei ihrem Besuch im Landratsamt zu einem kommenden bedeutenden Manifest deutsch-polnischer Freundschaft ein. Während des Aufenthalts einer offiziellen Delegation des Kreises von Jelenia Gora/Hirschberg im Riesengebirge, angeführt vom Landrat Wlodyga und dem Bürgermeister der mit Buttenheim befreundeten Gemeinde Karpacz, Bogdan Malinowski, unterzeichnet der Landkreis Bamberg seit 75 Jahren die erste Partnerschaftsurkunde mit einem anderen Landkreis. „Wir können von unseren Freunden im Riesengebirge, die wir von Bamberg aus relativ leicht erreichen können, sehr viel auf dem Gebiet des Tourismus lernen und wir helfen bereits bei der Verbesserung der medizinischen Ausstattung des Kreiskrankenhaus, bei der allgemeinen medizinischen Versorgung der Bevölkerung durch die Beschaffung moderner Diagnose- und Therapiegeräte und bei der gesamten Verbesserung des Gesundheitswesens im Kreis Jelenia Gora“, freute sich Landrat Dr. Denzler, dem die Generalkonsulin Sobótka versprach, mit einer Delegation des Konsulats an dieser ungewöhnlichen Partnerschaftsfeier teilzunehmen und sie auch auf Regierungsebene weiter zu unterstützen.
Rainer Beck, für EU-Aktionen bei der Handwerkskammer von Oberfranken zuständig, stellte der Chefin des polnischen Generalkonsulats in München die neueste Gemeinschaftsaktion von 12 oberfränkischen mittelständischen Brauereien vor, darunter Schlenkerla, Hellerbräu und Kaiserdom aus Bamberg, Brauerei Beck in Lisberg, St. Georgenbräu, Buttenheim, Brauerei Rittmayer, Hallerndorf, und Brauerei Aufseß. 
Sie werben ab sofort mit Prospekten und Aktionen in Polen für „Bier aus dem Land des Bierweltmeisters Oberfranken“. Bei ihrem nächsten Besuch in der Region mit der größten Brauereidichte Europas will sich Elzbieta Sobótka auf Anraten ihres Gastgebers MdL Heinrich Rudrof dann speziell mit diesem Thema befassen. Vielleicht schon bestärkt durch einen großen Absatzerfolg Bamberger Biers in Polen. 
Die Diplomatin, die vor ihrer Berufung nach Deutschland als Juristin Vizeministerin im polnischen Arbeits- und Sozialministerium war, bedankte sich zum Schluss einer mit Terminen voll gepackten Staatsvisite herzlich bei allen Bürgerinnen und Bürgern der Bamberger Region und Oberfrankens, die vorbildliche Beispiele der Zusammenarbeit von Regionen und der Europäischen Gemeinschaft geben. 
Der Dank galt auch dem Landtagsabgeordneten Heinrich Rudrof, der sich von der ersten Begegnung an als ein Freund und Motor der Zusammenarbeit zwischen Deutschen und Polen in allen Bereichen erwiesen hat. An die erfolgreiche Zusammenarbeit bei der Sicherung von Frieden und Völkerverständigung über Kreis- und Landesgrenzen hinaus erinnerte Generalkonsulin Elzbieta Sobótka auch, als sie sich nach einer Werksbesichtigung der im Bereich der Auditechnik führenden Weltfirma Salzbrenner in Buttenheim im Beisein von Bürgermeister und Gemeinderäten in das Goldene Buch der Marktgemeinde eintrug. 
„Do widzenia“ - Auf Wiedersehen, so verabschiedete sich nicht nur Erzbischof Dr. Ludwig Schick von seinem Gast.