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22.11.17
Viel Lob für ein Haus voll Glorie

FT vom 22.11.2017: (Joseph Beck)

Erzbischof Ludwig Schick weihte Altar, Ambo und Orgel in dem frisch renovierten Gotteshaus in Steinfeld.

Bild: privat

Steinfeld - Nachdem die Kirche St. Martin in Steinfeld nunmehr innen und außen generalsaniert ist, kam Erzbischof Ludwig Schick, um Altar, Ambo und Or­gel zu weihen. Pfarrer Herr­mann hieß ihn im Namen der Pfarrei willkommen. In seiner Entgegnung wünschte sich der Erzbischof, dass die Kirche im­mer so voll sei wie heute.

Mit dem Lied „Ein Haus voll Glorie schauet weit über alle Land" begann dann das Fest­amt. Viele dachten, das Lied sei für ihre Kirche in Steinfeld ge­schrieben, so adäquat lauten manche Verse. Als erste Zere­monie wurde das Wasser im Taufbecken gesegnet. Der Tauf­stein wurde bei der Renovierung aus dem Chorraum herausgeholt und steht nun frei vor dem rech­ten Seitenaltar. Er bildet nach Architekt Georg Schilling ein heiliges Dreieck mit Altar und Ambo.

Der Erzbischof segnete auch die renovierte Orgel. Die Orgel­baufirma Scheffler aus Jacobs­dorf nahe Frankfurt/Oder hatte sie gründlich überholt und dafür gesorgt, dass sie ihre alte Klang­pracht wiederbekommen hat. Dabei wurden auch die alten Backsteine als Druckausgleich wiederverwendet, nur wurden sie nicht mehr in die alten Zei­tungen eingewickelt, sondern in Pergamentpapier. Orgelbau­sachverständiger und Domorga­nist Markus Willinger setzte sich nun an den Orgeltisch und griff in die Tasten. Seine kunstvollen Melodien ließen den Kirchen­raum erklingen und zeigten jetzt zum ersten Mal, wozu die sehr alte Steinfelder Orgel fähig ist -wirklich eine barocke Kostbar­keit.

Die Weihe des neu geschaffenen Ambo, an dem das Wort Gottes verkündet wird, schloss sich an. An ihm wurden dann auch die Lesungen und das Evangelium verkündet. In seiner Predigt dankte Erzbischof Schick allen an der Renovierung der Kirche Beteiligten. Er sei gerne nach Steinfeld gekommen, begann er, und man merkte ihm diese Freude auch an. "Sie haben wirklich eine schöne Kirche!", lobte Schick den Sakralbau. Der Oberhirte lobte ausdrücklich das ehrenamtliche Engagement der Steinfelder bei der Eigenleistung und den vielen Spenden für den Erhalt ihrer Kirche. Diese sei ein Monument, ein Blickfang für die Bewohner und Besucher des Dorfes.

Neben dem Äußeren der Kirche will diese aber auch dem Leben Sinn verleihen, zum Ge­meinschaftswohl beitragen, Frieden stiften. Schick wies aber auch auf den Zwiespalt hin: „Fast alle fordern, dass die Kir­che bleiben, erhalten werden muss, und gehen doch immer weniger in die Kirche. Des is a bissla schizophren!" Der Segen, der vom Altar ausgehe, wirke nicht vom Anschauen der Kirche von außen, sondern beim Hin­eingehen und Teilnehmen.

Gespräche mit dem Oberhirten

Nach der Allerheiligenlitanei setzte der Erzbischof die Reli­quien der heiligen Amantia und des heiligen Candidus in den Al­tar ein. Dann segnete er ihn mit Weihwasser und salbte ihn mit Chrisam. Dieses heilige Öl sei das Zeichen Christi unter den Menschen. Fünf Weihrauchstä­be, als Erinnerung an die fünf Wunden Christi am Kreuz, wur­den sodann auf den Altar gesetzt und angezündet. Wie Weihrauch sollen die Gebete zu Gott auf­steigen. Dieser Teil der Weihe­zeremonie war sicherlich einer der beeindruckendsten Momente des Pontifikalgottesdienstes. Nach dem Segen zog man, be­gleitet von der Blaskapelle, in den Saal der Gastwirtschaft Schrauder. Viele nutzten die Ge­legenheit, mit dem Erzbischof persönlich ins Gespräch zu kom­men. Kirchenpfleger Georg Linz dankte nochmals dem Erz­bischof für sein Kommen. Er lobte auch die Architekten Ge­org Schilling aus Hollfeld und Sandro Selig vom erzbischöfli­chen Bauamt und die einheimi­schen Handwerker und Firmen. Die Steinfelder hätten mit über 500 Stunden Eigenleistung und über 45 000 Euro Spenden flei­ßig mitgeholfen. Wörtlich sagte Linz: „Ich habe bei keiner Tür eine Absage bekommen."

Dank an Geldgeber

Zu den Kosten von insgesamt 741 000 Euro, Kirche inklusive Orgel, wurden Zuschüsse ge­währt vom Erzbischöflichen Or­dinariat Bamberg 436 000 Euro, vom Erzbischöflichen Amt für Kirchenmusik für die Orgel 17 000 Euro, der Oberfranken­stiftung 58 000 Euro, dem Bay­erischen Landesamt für Denk­malpflege 15 000 Euro und der Gemeinde Stadelhofen, zu der Steinfeld gehört, 38 000 Euro. Linz dankte allen sehr herzlich und die Anwesenden spendeten langen Applaus.

Grußworte    sprachen    auch Bürgermeister   Ludwig   Göhl (UWG) und MdL   Heinrich Rudrof (CSU). Als gebürtiger Steinfelder sei er sehr stolz auf seinen Heimatort; sagte er sicht­lich bewegt.   Ruth Preißinger vom Katholischen Frauenbund überreichte auch eine Spende. Pfarrer Herrmann ließ es sich nicht nehmen, auch wenn das Mittagessen warten musste, Linz ein Präsent für seine uner­müdliche Arbeit zu übergeben.

Beim fränkischen Sauerbra­ten mit Blaukraut und Klößen unterhielten die Steinfelder Mu­sikanten unter der Leitung von Johann Barth.