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20.10.17
Halbzeit beim Millionen-Bau

FT vom 19.10.2017: (Sebastian Martin)

Richtfest für den Erweiterungsbau des Staatsarchivs Bamberg: Neun Millionen Euro werden in der Schützenstraße verbaut. Eine Herausforderung stellt laut dem Staatlichen Bauamt das Raumklima dar.

Der Magazinanbau für das Staatsarchiv Bamberg in der Schützenstraße nimmt Gestalt an. (Foto: Matthias Hoch)

Bamberg - Der Rohbau des neun Millionen Euro teuren Magazinanbaus hinter dem Staats­archiv steht bereits, am heutigen Donnerstag wird in der Schüt­zenstraße Richtfest gefeiert.

„Wir liegen voll im Zeit- und Kostenplan", erklärt Jürgen Kö­nig, Leiter des Staatlichen Bau­amts Bamberg. Die Arbeiten waren im Oktober 2016 begon­nen worden, spätestens im Win­ter 2018 soll der gut 14 Meter hohe Bau eröffnet werden. 19 Kilometer an historischen Do­kumenten sollen einmal auf sechs Stockwerken Platz finden. Derzeit laufen die Arbeiten an den Außen- und Deckendämmungen, später wird die Fassade mit sandsteinfarbenem Beton verkleidet.

Luftfeuchte und Temperatur

Die Besonderheit des Bauwerks wird augenscheinlich: Das Gebäude hat keine Fenster, was mit seiner Funktion zu tun hat. „Die Temperatur muss sehr konstant gehalten werden, ebenso die Raumluftfeuchte", erklärt König. Seinen Worten zufolge ist eine dauerhafte relative Raumluftfeuchte von 40 und 55 Prozent mit einer maximalen Schwankung von drei Prozent am Tag erlaubt. Außerdem muss die Raumtemperatur im Bereich zwischen zwölf und 20 Grad Cel­sius liegen - und das unabhängig von den Außenbedingungen. „Beides ist notwendig, um das Kulturgut bestmöglich zu be­wahren." Empfindliches Celluloid könne somit am besten ge­schützt werden. Der Freistaat fi­nanziert das neue Gebäude, das auf 3500 Quadratmetern ent­steht.

Erweiterung dringend notwendig

Die Erweiterung ist aus Sicht von Stefan Nöth, Leiter des Staatsarchivs, dringend notwen­dig: „Es ist derzeit alles voll", er­klärt Nöth. 25 Kilometer Lager­raum stehen dem Archiv zur Verfügung, allerdings mussten bereits zehn Kilometer Akten im Staatsarchiv Coburg und in ex­ternen Räumen im Landkreis ausgelagert werden. Kein Wun­der: Im Staatsarchiv findet sich geschichtlich und rechtlich rele­vantes Material aus der Zeit von 815 bis in die Gegenwart. Die Dokumente werden dort für die Forschung gesichert, erschlos­sen und bereitgestellt.

Der Platz dafür wird ständig knapper: „Wir bekommen jedes Jahr 300 laufende Meter hinzu", erklärt Nöth. Laut dem Archivdirektor ist nach dem Umzug der Dokumente in den Erweite­rungsbau noch nicht Schluss mit den Arbeiten: Danach soll der benachbarte Altbau von 1905 sa­niert werden.

„Tag der Freude"

Als einen „Tag der Freude" be­zeichnet CSU-Landtagsabge­ordneter Heinrich Rudrof das Richtfest: „Es legt den Grund­stein dafür, dass dort auch in Zu­kunft das ,historische Gedächt­nis' unserer Heimat aufbewahrt werden kann."

Rudrof hatte sich bereits 2012 für die Erweiterung des Staats­archivs stark gemacht. Viele Ge­spräche seien in, den vergange­nen Jahren nötig gewesen, um die Realisierung „in der Spur" zu halten, so der Haushaltspoli­tiker. Letztlich wurden dann im April 2016 die gut neun Millio­nen Euro im Haushaltsausschuss des bayerischen Landtags bewil­ligt