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24.07.17
Mehr Sicherheit, weniger Staus

FT vom 24.07.2017 (Werner Baier):

Ein Verkehrsknoten im Zuge der Staatsstraße 2260 bei Köttmannsdorf wurde gelöst. Ehrengäste und zahllose andere Interessenten waren nun gekommen, um die Segnung des mit Millionen-Aufwand erbauten Kreisverkehrs zu erleben.

Staatssekretär Gerhard Eck nahm die Zügel selbst in die Hand: Mit von der Partie: (v.r. hinten stehend) MdL Heinrich Rudrof, Landrat Johann Kalb, Parlamentarischer Staatssekretär Thomas Silberhorn, MdB (sitzend) - Foto: privat

Hirschaid - Mit zwei Pferdestär­ken im Kreis herum: Zur Feier der Segnung des mit Millionen-Aufwand erbauten Kreisver­kehrs im Zuge der Staatsstraße 2260 bei Sassanfahrt/Köttmannsdorf nahm Staatssekretär Gerhard Eck die Zügel in die Hand: Er kutschierte einige Eh­rengäste um die Verkehrsinsel, während die Pfarrer Robert Mayr und Eckhard Mattke seg­nend voranschritten. Bürger­meister Klaus Homann, der ab seinem Amtsantritt für das Pro­jekt gekämpft hat, führte das Fußvolk an, das wohl letztmals per pedes den von bis zu 20 000 Fahrzeugen am Tag frequentier­ten Verkehrsknoten auf der Fahrbahn umrundete.

Für Homann war das der Schlusspunkt unter einem span­nenden Kapitel. Denn anfangs wollte des Staatliche Straßen­bauamt der Kreuzung aus Staats-, Kreis- und Gemeinde­straße nur eine Ampelanlage zu­gestehen. Dann wollte der Staat nicht das nötige Kleingeld her­ausrücken, bis endlich am 15. Juli 2015 in einer Verhandlungs­runde mit dem Staatssekretär im Bayerischen Innenministerium der gordische Knoten gelöst wurde: Man verständigte sich auf die Finanzierung einer „Sonderbaumaßnahme". Die Gemeinde übernahm die Trä­gerschaft eines eigentlich staatli­chen Vorhabens und ließ sich nach Kräften bezuschussen. Von den förderfahigen Kosten von 880 000 Euro übernahm der Staat 660 000 Euro. Den Rest teilten sich der Landkreis und die Marktgemeinde. Dank einer sinnvollen örtlichen Umlei­tungsregelung konnte die Vollsperrung vermieden und den­noch mit voller Kraft gearbeitet werden, so dass Weihnachten 2016 der Verkehr auf dem Provi­sorium freigegeben wurde.

Inzwischen ist nach einem Plan des Büros Barth und Nißlein die Verkehrsinsel mit Me­tallelementen, einem schwung­vollen Kiesbett und einer noch jungen Bepflanzung mit heimi­schem Gehölz gestaltet worden. Kritik an der gelungenen Lö­sung ist nicht zu vernehmen, was im Fränkischen bekanntlich höchstes Lob bedeutet. Inzwi­schen bewährt sich auch Dritter Bürgermeister Hans Wichert, ein Nachbar des Kreisverkehrs, als Wasserspender, damit das fri­sche Grün nicht verdorrt.

Bürgermeister Homann ließ in Festlaune anklingen, dass - wenn wieder einmal ein Fest an dieser Stelle gefeiert werden soll - auf dem Verkehrskreisel dem Landtagsabgeordneten Hein­rich Rudrof ein Denkmal ge­setzt werde. Der CSU-Politiker habe sich um dieses Vorhaben große Verdienste erworben. Staatssekretär Gerhard Eck war zur Segnungsfeier gekommen.

Er rechtfertigte die Investiti­on auch mit dem Zugewinn an Verkehrssicherheit für Fußgän­ger und Radfahrer. Für den mo­torisierten Verkehr besteht der Vorteil in der Vermeidung von Staus auf den vormals unterge­ordneten Straßen und der Lö­sung des Problems der räumlich versetzten Einmündungen aus Köttmannsdorf und Juliushof. Der Staatssekretär sieht die Poli­tik in der Aufgabe, den wohl nicht geringer werdenden Ver­kehr in vernünftige Bahnen zu lenken. Hier sei in diesem Sinn „ein Meisterwerk" gelungen.

Verantwortung wahrnehmen

Um Gottes Segen für alle Benut­zer baten die Seelsorger Robert Mayr und Eckhard Mattke. Mit einem Zitat aus dem Buch der Sprüche wurde das Verantwor-tungsbewusstsein des Verkehrs­teilnehmers für seine Mitmen­schen verknüpft.

Bürgermeister Klaus Ho­mann dankte wie sein Stellver­treter Hans Wichert allen am Bau beteiligten Behörden, Pla­nern und Firmen für das gelun­gene Werk. Es sei ein langgeheg­ter Wunsch der Bevölkerung in Erfüllung gegangen. Homann nutzte die Gelegenheit, weitere Projekte für die westlichen Orts­teile anzukündigen: Der Ausbau der Sassanfahrter Ortsdurch­fahrt im Zuge der Kreisstraße sei beim Landkreis für 2019 einge­plant. Um Unterstützung bat er für die städtebauliche Sanie­rungsmaßnahme mit Brücken­überführung in Röbersdorf so­wie für die Hochwasserfreilegung von Sassanfahrt, wofür die Planung 2019 anlaufen soll. Für alle Hirschaider von Bedeutung wird der Ausbau der ICE-Stre­cke. Zur Abwicklung dieses Großprojekts hofft Homann auf das Engagement der Bundes­tagsabgeordneten Thomas Silberhorn (CSU) und Andreas Schwarz (SPD). Dritter Bürger­meister Hans Wichert soll sich derweil um einen neuen Kinder­spielplatz in Köttmannsdorf be­mühen, während die Pläne für ein erweitertes Nahversor­gungszentrum am neuen Kreis­verkehr vorangetrieben werden. Landrat Johann Kalb hatte flugs ausgerechnet, dass sich die Forderungen des Hirschaider Bürgermeisters an den Land­kreis auf gut drei Punkte Kreis­umlage summieren. Da kalku­liere er die Zustimmung Homanns zum Kreishaushalt fest ein. Auch Kalb lenkte den Blick auf die ICE-Baumaßnahme. Herausforderungen seien einer­seits die angekündigte Vollsper­rung der Maximilianstraße und die Anpassung der Bahnüberquerung zwischen Hirschaid und Strullendorf. Zur Entlas­tung könnte eine neue Anbin­dung an die B 505 beim Strullendorfer Gewerbegebiet beitragen - eine wichtige Aufgabe für die regionalen Politiker. Zu Klängen der Hirschaider Blaskapelle fei­erten ein paar hundert Bürger den neuen Verkehrskreisel.